Mit Nationalrat und Demokratieexperte Andreas Gross als neuem Präsidenten mischt sich der Demokratische Verein Zürich-Unterland (DVZU) wieder in die Debatte um Demokratie und Volksrechte ein. Sekretär wird neu der Bülacher Martin Bühler. Die Direkte Demokratie und ihre Qualität waren schon immer die Anliegen und der Antrieb des Demokratischen Vereins Zürich-Unterland. Nachdem die neue Verfassung des Kantons Zürich wesentliche Verbesserungen und verfeinerte Werkzeuge wie das konstruktive Referendum , die Unterstützung für engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie bürgerfreundlichere Unterschriftenzahlen gebracht hatte, was wiederum wie schon 1869 eine fortschrittliche Demokratie, die Autonomie und Souveränität der Bürgerinnen und Bürger gewährleistet, erkämpft worden war, waren die Mitglieder zuversichtlich und der Verein war weniger aktiv.
Nun zeigt sich aber, dass die Errungenschaften der neuen Verfassungen massiv in Frage gestellt werden und die Handlungsmacht der einzelnen mit Abschaffung des konstruktiven Referendums oder der Erhöhung der Unterschriftenzahl wieder eingeschränkt werden soll. Damit diese Tendenzen transparent und ihre Folgen aufgezeigt werden können, hat sich der Demokratische Verein entschieden, wieder aktiv zu werden.
Wenn die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Demokratie verlieren, weil sie zu grosse Hürden überwinden müssen oder weil sie das Gefühl bekommen, Geld alleine regiere auch in der Demokratie die Welt, wenden sie sich vom Gemeinwesen ab, werden unfrei und die Schweiz verliert ebenso wie der Kanton Zürich den zentralen Pfeiler ihres politischen wie wirtschaftlichen Erfolgs. Ebenso, wenn die Demokratie gegen die Menschenrechte ausgespielt werden, obwohl doch beides zusammen gehört und aufeinander angewiesen ist. Das Bewusstsein für den Wert und die ganz praktische Bedeutung der direkten Demokratie muss wieder gestärkt und der Demokratieabbau gestoppt und stattdessen die Demokratisierung der Demokratie angestrebt werden. Diese Aufgaben bewegt den Demokratischen Verein dazu, wieder aktiv zu werden und die Bürgerinnen und Bürger im ganzen Kanton zu ermutigen, sich für ihre Rechte zu wehren und sich für das Gemeiniinteresse einzumischen.